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QMS-Module / ISO 13485 · EU-MDR

Zwölf geplante Bausteine.
Ein QMS in Entwicklung.

Für QM-Leiter und Regulatory-Affairs-Teams in der Medizintechnik: QIMS wird die Kernprozesse eines QMS nach ISO 13485 schrittweise systemseitig abbilden — geplant sind Dokumentenlenkung, Kalibrierung, Wartung, Schulung, CAPA, Audit und mehr, mit technischen Durchsetzungsmechanismen, nicht nur mit Formularen.

Relevant für Hersteller von Klasse I bis IIb sowie IVD-Hersteller unter EU-IVDR.

01 Zwölf Module — geplant

Was QIMS abdecken soll.

Jeder geplante Baustein adressiert einen klar abgegrenzten Prozessbereich — mit dem Normbezug, dem typischen Alltagsproblem und dem technischen Mechanismus, der das Problem lösen soll.

Dokumentenlenkung

ISO 13485 §4.2.3–4.2.4 EU-MDR Anhang IX
Im Alltag

Versionsstand von SOPs und Prüfplänen ist unklar — mehrere „finale" Fassungen auf verschiedenen Laufwerken. Kurz vor dem Audit beginnt die manuelle Rekonstruktion der Freigabe-Historie.

Technisch

Geplant: Jedes gelenkte Dokument soll eine eindeutige Versionsnummer und eine Freigabe-Historie mit User-ID und Zeitstempel erhalten. Wird eine neue Version freigegeben, soll das System die Vorgängerversion automatisch sperren — kein manuelles Zurückziehen, keine stille Weiterverfügbarkeit.

Kalibrierung

ISO 13485 §7.6
Im Alltag

Kalibrierfrist-Tabellen in Excel, Erinnerungsmails die im Postfach verschwinden. Ein übersehenes Gerät invalidiert retrospektiv alle Prüflose, in denen es eingesetzt wurde — ein klassisches Major-Finding.

Technisch

Geplant: Prüfmittel mit abgelaufener Kalibrierung sollen systemseitig gesperrt werden. Der Einsatz in einem neuen Prüflos soll erst wieder möglich sein, wenn ein gültiger Kalibriernachweis hinterlegt ist — ohne manuelle Überwachungsschleife.

Was Auditoren prüfen →

CAPA

ISO 13485 §8.5.2–8.5.3 EU-MDR Art. 83
Im Alltag

CAPA-Fälle werden eröffnet, Maßnahmen definiert — aber die Wirksamkeitsprüfung bleibt offen. Nach 12 Monaten findet der Auditor einen Stapel formal unabgeschlossener Fälle.

Technisch

Geplant: Ein CAPA-Fall soll formal nicht ohne dokumentierte Wirksamkeitsprüfung geschlossen werden können. Das System soll die Schließung technisch verhindern und offene Wirksamkeitsprüfungen sichtbar eskalieren, bevor sie als „vergessen" gelten.

CAPA in der Audit-Praxis →

Lieferantenmanagement

ISO 13485 §7.4 EU-MDR Anhang I §23.4
Im Alltag

Lieferanten werden nach Gefühl bewertet. Bei Wechsel des QM-Leiters gibt es keine strukturierte Übergabe der Bewertungshistorie. Auditoren finden keine dokumentierten Bewertungskriterien, nur E-Mail-Korrespondenzen.

Technisch

Geplant: Bewertungskriterienkataloge pro Lieferantenklasse (kritisch / nicht-kritisch), automatische Eskalation bei Unterschreitung definierter Schwellwerte. Die Bewertungshistorie soll personenunabhängig im System liegen.

Internes Audit

ISO 13485 §8.2.4 EU-MDR Anhang IX §3.5
Im Alltag

Audit-Nachweise verteilen sich über Netzlaufwerke und E-Mail-Verläufe. Befunde und Maßnahmenverfolgung laufen in separaten Dokumenten. Drei Wochen vor dem Überwachungsaudit beginnt die Suche nach Belegen.

Technisch

Geplant: Audit-Programme mit Zeitplanung, Befund-Erfassung und Maßnahmenverfolgung — mit Verantwortlichkeit und Fälligkeit — sollen im System laufen. Nachweise sollen aus laufenden Daten entstehen, nicht durch manuelle Zusammenführung.

Audit-Schwerpunkte Klasse IIa/IIb →

Schulungsmanagement

ISO 13485 §6.2 EU-MDR Anhang IX §3.2
Im Alltag

Qualifikationsnachweise in Personalakten, nicht im System. Wer welche Tätigkeit ausführen darf, steht auf einem Aushang — aber kein System prüft das im Prozess. Auditoren finden keine systemseitige Durchsetzung der Qualifikationsanforderungen.

Technisch

Geplant: Tätigkeiten sollen mit Schulungsvoraussetzungen verknüpft werden. Nutzer ohne gültige Schulungsqualifikation sollen die betreffende Aktion im System nicht ausführen können — mit automatischer Sperr-Logik statt manueller Kontrollschleife.

M58 Modul-Detail →

Reklamation & Vigilanz

ISO 13485 §8.2.2 EU-MDR Art. 87–92
Im Alltag

Kundenfeedback landet in E-Mails und Excel-Listen. Schwerwiegende Vorkommnisse werden nicht zuverlässig von bearbeitbaren Reklamationen unterschieden. EU-MDR-Meldepflichten (Art. 87) werden erst spät erkannt.

Technisch

Geplant: Reklamationen sollen systematisch erfasst und nach Schwere klassifiziert werden. Treffen Kriterien nach EU-MDR Art. 87 zu (Schwerwiegendes Vorkommnis), soll das System automatisch an den Vigilanzverantwortlichen eskalieren und Meldefristen anzeigen.

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Nicht-konforme Produkte

ISO 13485 §8.3.1–8.3.4
Im Alltag

Nichtkonformitäten werden mit Sperrzettel dokumentiert — aber physische Trennung und Dispositionsentscheid fehlen. Wer "geht noch durch" sagt ohne dokumentierte Risikoabwägung, hat ein §8.3-Finding.

Technisch

Geplant: Quarantäne-Sperre gegen Neuzuweisung, Dispositionsentscheid mit befugter Freigabe als Pflichtschritt, Rework mit Re-Inspektionsnachweis nach §8.3.4 und ein eigenständig dokumentierter §8.3.3-Pfad für Post-Delivery-Ereignisse.

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Wartung

ISO 13485 §7.5.1 ISO 9001 §7.1.3
Im Alltag

Wartungsintervalle für Prüf- und Fertigungsanlagen werden in Excel-Tabellen verwaltet, Fälligkeiten per E-Mail erinnert. Ein übersehener Wartungstermin invalidiert retrospektiv die Ergebnisse aller Prüflose, die mit der betreffenden Anlage bearbeitet wurden.

Technisch

Geplant: Wartungsintervalle je Anlage systemseitig definieren und überwachen, Fälligkeitsanzeige im Dashboard, Nachweis direkt im Wartungsauftrag. Nach Überschreitung soll die Anlage gesperrt werden — kein Einsatz in neuen Prüflosen bis zur dokumentierten Freigabe.

Änderungsmanagement

ISO 13485 §4.1.4 ISO 13485 §7.3.7 MDR Art. 120
Im Alltag

Änderungen an Prozessen, Design oder Lieferanten werden dezentral entschieden — kein zentrales Register, keine dokumentierte Auswirkungsbewertung. Der Auditor findet keinen Change-Record für den Softwarestand, der seit März im Einsatz ist.

Technisch

Geplant: Change-Workflow Entwurf → Bewertung → Vier-Augen-Freigabe → Umsetzung → Abschluss. Die Auswirkungsbewertung nach §4.1.4/§7.3.7 soll Pflichtschritt vor der Freigabe sein, betroffene Dokumente bis zur Freigabe gesperrt werden. Dazu ein Notfall-Pfad mit Pflicht-Nacherfassung und Eskalations-Frist.

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In Umsetzung

Risikomanagement

ISO 14971 EN 62304
Im Alltag

Risikoanalysen entstehen in Word-Dokumenten und werden manuell mit dem Design History File verknüpft. Änderungen am Produkt führen selten zu einer systematischen Neubewertung offener Risiken.

Technisch

Geplant: Risikoanalyse und Risikobewertung nach ISO 14971 — strukturiert im System, versioniert und verknüpft mit Produktänderungen. Modul in Entwicklung.

Prozessvalidierung

ISO 13485 §7.5.6
Im Alltag

Validierungen entstehen als einmalige Projekte — ohne strukturierte Parametergrenzen und ohne Verknüpfung zum Änderungsmanagement. Wenn die Siegelanlage ausgetauscht oder ein Materiallieferant gewechselt wird, fällt im Audit auf: die Validierungsbasis ist weg.

Technisch

Geplant: IQ/OQ/PQ-Phasenstruktur mit Vier-Augen-Freigabe je Phase. Parametergrenzen aus der OQ sollen gespeichert und automatisch gegen Change-Records geprüft werden; der Validierungsnachweis soll direkt aus den Phasendaten entstehen.

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02 Regulatorischer Rahmen

Normbezug und Geltungsbereich.

QIMS ist auf die regulatorischen Anforderungen für Medizinproduktehersteller ausgerichtet — kein generisches Tool, das nachträglich auf Compliance zugebogen wird.

Qualitätsmanagementsystem

ISO 13485

  • §4.2 — Dokumentenlenkung und Aufzeichnungen
  • §6.2 — Schulungs- und Qualifikationsanforderungen
  • §7.4 — Lieferantenqualifikation und -bewertung
  • §7.6 — Kalibrierung von Prüf-, Mess- und Prüfmitteln
  • §8.2.2 — Reklamationsbearbeitung
  • §8.2.4 — Interne Audits
  • §8.3 — Lenkung nicht-konformer Produkte
  • §8.5.2–8.5.3 — CAPA

Grundlage für MDR-Zertifizierung nach Anhang IX.

Regulierung

EU-MDR · EU-IVDR

  • Anhang IX §3 — QMS-Anforderungen für Benannte Stellen
  • Art. 83 — Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (CAPA)
  • Art. 87–92 — Meldung schwerwiegender Vorkommnisse
  • Anhang I §23.4 — Anforderungen an Zulieferer
  • EUDAMED-Vorbereitung über geplantes Vigilanz-Modul

EU-IVDR-Anwendung: analoge Anforderungen, gleiche geplante Modul-Abdeckung.

Klasse I Klasse IIa Klasse IIb IVD Klasse A–D ISO 14971 (Roadmap)

QIMS skaliert vom Kleinhersteller (Klasse I, 10 Mitarbeiter) bis zum mittelständischen Klasse-IIb-Hersteller. Kein Scope, der am Anfang festgezurrt wird und später teuer angepasst werden muss.

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