Zum Hauptinhalt springen
AIAG CSP-2 · OEM-Kundensonderforderungen · GM BIQS · Ford Q1 · Stellantis CSR · Multi-OEM LPA
Zielgruppe
Qualitätsbeauftragte und Qualitätsingenieure in Tier-1-Lieferanten die direkt an GM, Ford, Stellantis, BMW oder Mercedes-Benz liefern
Normgrundlage
AIAG CSP-2 · IATF 16949:2016 Klausel 10.2.6 · OEM-Customer-Specific Requirements
Lesezeit
ca. 9 Minuten

IATF-Audit: sauber.
OEM-Auditor sechs Wochen später:
Layer-4-Frequenz entspricht nicht CSP-2.
Neuer Aktionsplan. Neue Fristen.

Was AIAG CSP-2 und OEM-Kundensonderforderungen über IATF 16949 Klausel 10.2.6 hinaus verlangen — und warum Tier-1-Lieferanten die nur die IATF-Basis erfüllen, beim OEM-Audit trotzdem scheitern können.

Was AIAG CSP-2 ist — und warum es über IATF 16949 hinausgeht

CSP-2: Der Standard hinter den OEM-CSRs

AIAG CSP-2 (Customer-Specific Requirements) ist ein Anforderungsstandard der Automotive Industry Action Group, der die Grundlage für OEM-spezifische Kundenanforderungen beim Layered Process Audit bildet. GM, Ford und Stellantis haben ihre eigenen Customer-Specific Requirements auf Basis von CSP-2 entwickelt — mit eigenständigen Frequenzvorgaben, Eskalationsnachweispflichten und Reporting-Anforderungen, die in ihrer Konkretheit deutlich über IATF 16949 Klausel 10.2.6 hinausgehen.

IATF-Basis ist nicht dasselbe wie OEM-CSR

IATF 16949 Klausel 10.2.6 definiert den Mindestrahmen: mehrere Managementebenen beteiligt, Prozesse auditiert, Befunde dokumentiert und Maßnahmen verfolgt. Was die Norm nicht vorschreibt: konkrete Frequenzminima je Layer, definierten Executive-Nachweis-Rhythmus, OEM-kompatible Reporting-Formate oder Response-Zeit-Anforderungen bei Eskalationen. Genau das fordern OEM-CSRs — und zwar je OEM unterschiedlich. Ein Unternehmen das IATF 16949 vollständig erfüllt, kann beim nächsten OEM-Audit trotzdem Nebenabweichungen bekommen, wenn die CSR-spezifischen Anforderungen nicht separat adressiert wurden.

Wer CSP-2 braucht

Direkt betroffen sind Tier-1-Lieferanten die Serienteile oder Komponenten an GM, Ford, Stellantis, BMW oder Mercedes-Benz liefern. Tier-2-Lieferanten sind dann betroffen, wenn ihr Tier-1-Kunde die OEM-Anforderungen an die eigene Lieferkette weitergibt — was branchenübliche Praxis ist, besonders bei Teilen mit sicherheitsrelevanter Funktion. Die Faustregel: Wer in einem Liefervertrag einen Verweis auf Customer-Specific Requirements oder ein OEM-Qualitätsprogramm (BIQS, Q1, SQS) findet, muss die entsprechenden CSR-Anforderungen für das LPA-Programm kennen und nachhalten.

OEM-Anforderungen im Detail — GM, Ford, Stellantis und DACH-OEMs 4 OEMs

OEM-Kundensonderforderungen entwickeln sich weiter und können je Liefervertrag unterschiedlich ausgestaltet sein. Die folgende Übersicht beschreibt typische Muster aus der Praxis — für verbindliche Anforderungen gilt immer das aktuelle CSR-Dokument des jeweiligen OEM.

GM — BIQS AIAG CSP-2 + GM Customer-Specific Requirements
  • Executive-Level-Beteiligung (Layer 5) mit nachweisbarer Dokumentation in definierten Abständen

  • Tagesgenaue Frequenzdokumentation — Stichprobennachweis genügt nicht

  • LPA-Kennzahlen als BIQS-Element: Coverage Rate und Frequency-Compliance-Rate dokumentiert

  • Eskalation bei Wiederholbefunden mit dokumentierter Response-Zeit

Praxis-Hinweis

GM prüft LPA als Teil des BIQS-Bewertungssystems — Schwächen im LPA-Programm wirken sich direkt auf den BIQS-Score und damit auf die Lieferantenbewertung aus.

Ford — Q1 / SQA Aligned mit AIAG CSP-2
  • Konkrete Frequenzminima je Layer mit Nachweis gegen den hinterlegten Audit-Plan

  • Integration mit 8D-Prozess bei Befunden die zu Kundenreklamationen eskaliert wurden

  • Befund-Dokumentation mit Beschreibung, Kategorie, Maßnahme und Wirksamkeitsdatum

  • Management-Review der LPA-Ergebnisse mit dokumentiertem Nachweis

Praxis-Hinweis

Ford SQA-Auditoren prüfen die Brücke zwischen LPA-Befunden und abgestellten Qualitätsproblemen — fehlt diese Verbindung, entsteht eine Lücke im CAPA-Nachweis.

Stellantis — CSR AIAG CSP-2 direkt
  • CSR basiert eng auf AIAG CSP-2 — Anforderungstiefe vergleichbar mit GM BIQS

  • LPA-Ergebnisse als Pflichtunterlage bei Supplier Development Reviews im OEM-spezifischen Format

  • Frequency-Compliance-Nachweis als eigenständiger Messpunkt

  • Eskalationspfad mit Zeitnachweis bei kritischen Prozessabweichungen

Praxis-Hinweis

Stellantis verlangt LPA-Ergebnisse als Teil der regelmäßigen Lieferantengespräche — was einen exportierbaren, strukturierten Bericht nach Zeitraum und Prozess zur Pflichtfunktion macht.

BMW · Mercedes-Benz Eigene CSR — kein CSP-2, aber vergleichbare Anforderungstiefe
  • Eigene Anforderungsdokumente (BMW SQS, Mercedes-Benz C-Standards) mit LPA-Bezug

  • LPA-Anforderungen für sicherheitsrelevante Merkmale typischerweise verschärft

  • Direkte Eskalation an Supplier Quality Management bei Wiederholbefunden gleicher Kategorie

  • Dokumentation in einer OEM-Bewertungssystem-kompatiblen Form

Praxis-Hinweis

Für DACH-Lieferanten oft der erste Berührungspunkt mit OEM-spezifischen LPA-Anforderungen — BMW und Mercedes-Benz sind als Direktkunden häufig strenger als IATF-Mindestvorgaben.

IATF-Auditor vs. OEM-Auditor — wo die Anforderungen auseinandergehen

IATF-Auditoren und OEM-Auditoren prüfen dasselbe Thema — aber mit unterschiedlicher Prüftiefe und unterschiedlichen Erwartungen. Wer nur auf den IATF-Prüfpunkt vorbereitet ist, kann den OEM-Prüfpunkt strukturell nicht vollständig adressieren.

Prüfaspekt IATF-Auditor OEM-Auditor (CSP-2)
Normgrundlage

IATF 16949 Klausel 10.2.6

OEM-CSR (auf Basis AIAG CSP-2)

Frequenzanforderungen

Mehrere Managementebenen beteiligt — keine fixen Mindestwerte

Konkrete Mindestwerte je Layer — täglich bis quartalsweise definiert

Management-Nachweis

Nachweis dass höhere Ebenen beteiligt sind

Executive-Beteiligung mit Datum und Häufigkeit nachweislich dokumentiert

Eskalationsnachweis

Eskalationspfad dokumentiert und ausgelöst

Response-Zeit dokumentiert, OEM-Kontakt ggf. informiert und protokolliert

Reporting

Interne Aufzeichnung nach IATF 7.5.3 ausreichend

OEM-kompatibles Format mit Trend-Kennzahlen und Coverage Rate

Befund-Integration

Maßnahme und Wirksamkeitsprüfung

Verbindung zu CAPA, 8D oder OEM-Qualitätsprogramm nachweisbar

Wichtige Einordnung: OEM-CSRs ergänzen IATF 16949 — sie ersetzen es nicht. Wer auf den OEM-Auditor vorbereitet ist, erfüllt automatisch auch die IATF-Basis. Der umgekehrte Weg gilt nicht. Das macht CSP-2-Compliance zur sinnvolleren Zielgröße für Direktlieferanten von OEMs.

Stolperfallen bei Multi-OEM-Lieferanten — wenn mehrere CSR-Sets gleichzeitig gelten 4 Szenarien

Multi-OEM-Lieferanten — Unternehmen die gleichzeitig an GM, Ford, Stellantis oder europäische OEMs liefern — stehen vor einer strukturellen Herausforderung: Verschiedene CSR-Sets verlangen teilweise unterschiedliche Frequenzen, Nachweisformate und Reporting-Strukturen für dasselbe LPA-Programm. Die vier häufigsten Fehler in dieser Situation:

01

Frequenz-Konflikt bei mehreren OEMs

OEM A verlangt Layer-3-Audits monatlich, OEM B quartalsweise. Wer sich am niedrigeren Wert orientiert, riskiert Nebenabweichungen beim anspruchsvolleren OEM. Wer einen Mittelwert wählt, genügt möglicherweise keinem. Die korrekte Lösung: OEM-spezifische Frequenzpläne getrennt führen und separat nachweisen — nicht zusammengemischt in einer einheitlichen Planung die für beide ein Kompromiss und für keinen ausreichend ist.

02

Einheitliches Protokoll das keinem OEM genügt

Der Versuch, ein gemeinsames LPA-Protokoll zu entwickeln das alle OEM-CSRs abdeckt, führt typischerweise zu einem Protokoll das für jeden OEM zu allgemein ist. OEM-spezifische Pflichtfelder lassen sich nicht auf eine gemeinsame Maske pressen ohne Redundanz oder Lücken. Korrekt: OEM-spezifische Prüfpunktlisten und Pflichtfelder je OEM parallel geführt — nicht als Kompromisslösung zusammengeführt.

03

IATF-Audit sauber — OEM-Audit nicht

Das IATF-Re-Audit läuft sauber durch, weil alle IATF-16949-Anforderungen erfüllt sind. Sechs Wochen später kommt der OEM-Auditor — und findet Lücken in der Executive-Level-Dokumentation oder im Frequenz-Nachweis gegen den OEM-Frequenzplan. IATF-sauber ist nicht automatisch OEM-CSR-sauber. Beide Anforderungssets müssen separat geprüft und nachgehalten werden, weil sie unterschiedliche Prüfpunkte mit unterschiedlicher Detailtiefe haben.

04

Reporting-Format nicht OEM-kompatibel

GM, Ford und Stellantis verlangen LPA-Ergebnisse in einer Form die in ihre Supplier-Review-Systematik passt — mit Trend-Kennzahlen, Coverage Rate und Frequency-Compliance-Wert. Ein Ordner mit Excel-Protokollen oder ein Screenshot aus dem System ist kein valides Reporting-Format für diese Gespräche. Wer bei Supplier Development Reviews keine exportierbaren, strukturierten Berichte liefern kann, erzeugt einen Eindruck mangelnder Kontrolle — unabhängig davon ob die LPA-Disziplin im Werk gut ist.

QIMS für Multi-OEM-LPA — entwickelt nach den Anforderungen aus IATF 16949 und OEM-CSRs

QIMS wurde nach den Anforderungen aus IATF 16949 Klausel 10.2.6 entwickelt — mit den OEM-CSR-Anforderungen als zusätzlichem Maßstab für die Systemstruktur. Das bedeutet: OEM-spezifische Frequenzpläne, Prüfpunktlisten und Nachweis-Anforderungen können im System getrennt konfiguriert und parallel betrieben werden — ohne ein Kompromissprotokoll das keinem OEM vollständig gerecht wird.

Was das für Multi-OEM-Lieferanten praktisch heißt: GM BIQS-Frequenzplan und Ford Q1-Anforderungen laufen parallel, jeder Prozess gegen den korrekten OEM-Plan geprüft, Berichte je OEM separat exportierbar. Supplier-Development-Reviews mit GM erfordern einen anderen Report als das Ford-SQA-Audit — QIMS liefert beide Formate aus denselben Protokolldaten, ohne manuelle Aufbereitung.

OEM-Frequenzpläne

Separate Frequenzpläne je OEM konfigurierbar. GM-Anforderungen und Ford-Anforderungen laufen parallel — kein Kompromissplan der beide verfehlt.

CSR-Prüfpunktlisten

OEM-spezifische Pflichtfelder und Prüfpunkte je OEM getrennt hinterlegt. Kein gemeinsames Kompromissprotokoll mit Lücken für jeden OEM.

Executive-Nachweis

Layer-5-Beteiligung systemseitig protokolliert. Nachweis mit Datum und Nutzer-Identifikation — für OEM-Audit-Vorlage direkt exportierbar.

Compliance-Reports

Frequency-Compliance-Report je OEM-Frequenzplan. Coverage Rate und Soll-Ist-Abgleich in Minuten — für GM BIQS, Ford Q1 oder Supplier Reviews.

Eskalations-Log

Eskalation mit Zeitstempel, Adressat und Response-Zeit. Lückenloser Nachweis der OEM-Eskalationsanforderungen — auch bei OEM-Auditoren mit Response-Zeit-Prüfung.

Revisionssichere Zeitstempel

Systemseitig gesetzt, unveränderbar, mit Nutzer-Identifikation. Rückwirkende Einträge strukturell ausgeschlossen — in IATF-Audits und OEM-Audits gleichermaßen.

Multi-OEM-LPA in 30 Minuten sehen — IATF und CSP-2 parallel

In einer Demo zeigen wir wie QIMS OEM-spezifische Frequenzpläne und Prüfpunktlisten parallel konfiguriert — und wie der Compliance-Report für GM BIQS und Ford Q1 aus denselben Protokolldaten in Minuten exportiert wird.

Häufige Fragen — AIAG CSP-2 und OEM-Kundensonderforderungen beim LPA 3 Fragen

Was ist AIAG CSP-2 und was hat es mit Layered Process Audits zu tun?

AIAG CSP-2 ist ein Anforderungsstandard der Automotive Industry Action Group, der die Basis für OEM-spezifische Kundenanforderungen (Customer-Specific Requirements, CSR) beim Layered Process Audit bildet. GM, Ford und Stellantis haben ihre eigenen CSRs auf Basis von CSP-2 entwickelt — mit konkreteren Frequenzvorgaben, expliziten Nachweispflichten für Management-Beteiligung und spezifischen Eskalationsanforderungen, die über die IATF-16949-Basis hinausgehen. Der entscheidende Punkt: Ein Unternehmen das ausschließlich die IATF 16949 Klausel 10.2.6 erfüllt, kann beim OEM-Audit trotzdem Nebenabweichungen erhalten — weil die CSR-Anforderungen nicht deckungsgleich mit der IATF-Basis sind.

Was fordern GM, Ford und Stellantis über IATF 16949 hinaus beim LPA?

OEM-Kundensonderforderungen variieren im Detail, haben aber gemeinsame Muster: konkretere Frequenzpläne mit definierten Mindestwerten je Managementebene (IATF nennt keine Zahlen, OEM-CSRs schon), nachweisbarer Executive-Level-Beteiligung mit Datum und Dokumentation, Eskalationsnachweis mit Response-Zeit, Trendanalyse über Befund-Wiederholraten sowie OEM-spezifische Reporting-Formate für Supplier-Reviews. Besonders kritisch ist die Executive-Dokumentation: IATF verlangt Beteiligung mehrerer Managementebenen — OEM-CSRs verlangen typischerweise den konkreten Nachweis dass die oberste Ebene tatsächlich beteiligt war, mit Datum und systemseitigem oder unterschriebenem Beleg.

Wie manage ich mehrere OEM-Kundensonderforderungen für LPA parallel?

Multi-OEM-Management erfordert eine klare Anforderungs-Matrix: Welcher OEM verlangt welche Frequenz, welchen Nachweis, welches Reporting-Format? Der häufigste Fehler ist der Versuch, ein einheitliches LPA-Protokoll für alle OEMs zu führen — das erzeugt strukturell Lücken für mindestens einen OEM. Die richtige Vorgehensweise: OEM-spezifische Prüfpunktlisten und Frequenzpläne im System getrennt hinterlegen, parallel laufen lassen und beim Reporting je OEM separat auswerten. Systeme die das out-of-the-box unterstützen, ersparen erheblichen Konfigurationsaufwand und reduzieren das Risiko, einen CSR bei der Pflege des anderen zu übersehen.

LPA nach IATF 16949 und OEM-CSR — beides in einem System

IATF-Basis erfüllt.
OEM-CSR parallel.
Audit-Nachweis
je OEM separat.

OEM-spezifische Frequenzpläne, Prüfpunktlisten und Reporting-Formate parallel im System — ohne Kompromissprotokoll und ohne manuelle Aufbereitung für Supplier-Reviews. QIMS wurde nach den Anforderungen aus IATF 16949 Klausel 10.2.6 und den typischen OEM-CSR-Anforderungen entwickelt.

30 Minuten. Kein Pitch. Kein Vertriebsdruck danach.