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Lieferantenbewertung Vorlage · Bewertungsbogen · Excel Vorlage · IATF 16949 · Pflichtfelder
Zielgruppe
Qualitätsplaner, QM-Ingenieure — die eine Bewertungsvorlage aufbauen oder bestehende verbessern wollen
Normgrundlage
IATF 16949:2016 §8.4.1 · ISO 13485:2016 §7.4 · IATF 16949 Klausel 7.5.3
Lesezeit
ca. 8 Minuten

Bewertungsbogen ausgefüllt.
Schwellenwert unterschritten.
Maßnahmen-Block: fehlt.

Lieferantenbewertungs-Vorlagen scheitern im IATF-Audit meistens nicht am fehlenden Willen — sondern an strukturellen Lücken: kein Maßnahmen-Block, keine Wirksamkeitsprüfung, Rohdaten nicht nachvollziehbar. Diese Seite zeigt, welche Felder in jeden Bewertungsbogen gehören — und wo Excel ab einer bestimmten Komplexität an seine Grenzen stößt.

Deckblatt — was vor der Bewertungsmatrix kommen muss 5 Felder

Das Deckblatt identifiziert den Lieferanten und den Bewertungskontext eindeutig. Fehlen Deckblatt-Felder, kann kein IATF-Auditor die Bewertungshistorie einem konkreten Lieferanten und Zeitraum zuordnen — jede Bewertung ohne sauberes Deckblatt ist eine potenzielle Lücke in der Dokumentation.

01
Lieferantenname und -nummer Pflicht

Aus dem ERP-Stammsatz — keine Freitext-Eingabe. Eindeutige Identifikation ist Grundvoraussetzung für lückenlose Bewertungshistorie.

02
Bewertungszeitraum Pflicht

Z. B. „Q1/2025" oder „01.01.2025–30.06.2025". Auditoren prüfen, ob für jeden geplanten Bewertungstermin ein ausgefüllter Bogen vorliegt — ohne Periodenangabe ist der Abgleich nicht möglich.

03
Bewertungsdatum und Verantwortlicher Pflicht

Datum der Bewertungsdurchführung mit Unterschrift oder digitalem Freigabeeintrag. „Gespräch geführt" ohne Datum und Person reicht nicht — das ist eines der häufigsten IATF-Findings.

04
Lieferantenklasse Pflicht

A / B / C oder kritisch / unkritisch — die Klasse bestimmt Bewertungsfrequenz und Kriterientiefe. Auditoren prüfen ob A-Lieferanten häufiger bewertet werden als C-Lieferanten.

05
Norm-/Zeichnungsreferenz Empfohlen

Falls der Lieferant SC-Teile (Special Characteristics) liefert: Referenz auf relevante Zeichnung oder Norm-Anforderung. Bei Standardteilen-Lieferanten entfällt.

Bewertungsmatrix — Herzstück der Vorlage

Die Matrix enthält die Bewertungskategorien mit Gewichtung, Rohwert-Eingabe und Punktzahl. Das Beispiel unten zeigt ein praxiserprobtes Schema für Automotive (IATF 16949) — die Gewichtung ist kein Norm-Pflicht-Standard, sondern ein Richtwert. IATF 16949 schreibt kein bestimmtes Schema vor. Branchenspezifische Gewichtungen für Medizintechnik (ISO 13485) und Sondermaschinenbau:

Die sechs Bewertungskategorien im Detail: KPI-Definitionen und Branchengewichtung →
Kategorie Gewichtung Rohwert Punkte Datenquelle
Qualitätsleistung (PPM, Reklamationsquote) 40 % X ppm / X Rekl. 1–5 ERP-Wareneingangsbuchung, Reklamationssystem
Liefertreue (OTD in %) 30 % X % 1–5 ERP — Bestelldatum vs. tatsächliches Wareneingangs­datum
Reaktionszeit (8D in Tagen) 15 % X Tage 1–5 Reklamationssystem — Ticketdatum bis D3-Eingang
Systemzertifizierung (IATF/ISO aktuell) 10 % ja / nein 1 oder 5 Lieferantenakte, Zertifizierungsstellen-Datenbank
Kooperation (qualitativ 1–5) 5 % 1–5 Strukturiertes Interview oder Selbstauskunftsformular
Gesamtpunktzahl 100 % Gewichtete Summe aller Kategorien — Grundlage für Bewertungsklasse A/B/C

Ergebnis-Block unter der Matrix: Gesamtpunktzahl → Bewertungsklasse (A = 80–100, B = 60–79, C = unter 60) → Pflichtmaßnahmen bei C-Bewertung → Nächster Bewertungstermin → Freigabe-/Unterschriftenzeile. Dieser Block ist kein optionales Anhang — ohne ihn fehlt der Nachweis, dass die Bewertung zu einer dokumentierten Reaktion geführt hat.

Was IATF-Auditoren an der Vorlage prüfen — konkret 4 Prüfpunkte

Ein IATF-Auditor prüft nicht, ob eine Vorlage existiert — er prüft, was sie nachweist. Die vier Punkte, an denen Bewertungsbögen im Audit am häufigsten scheitern:

01

Vollständigkeit der Bewertungsperiode

Gibt es für jeden geplanten Bewertungstermin eine ausgefüllte Vorlage? Lücke in der Bewertungshistorie = Finding. Auditoren gleichen das Bewertungsregister gegen den geplanten Turnus ab — fehlende Periode ist nicht erklärbar durch "hat stattgefunden, nur nicht dokumentiert".

02

Nachvollziehbarkeit der Rohdaten

Wo kommen die PPM-Zahlen her? Aus dem ERP? Aus einer manuellen Schätzung? Auditoren wollen die Quelle sehen — und prüfen ob die Rohdaten zum eingetragenen Wert plausibel passen. PPM-Rate 0 bei gleichzeitig offenen Reklamationen ist eine rote Flagge.

03

Maßnahmennachweis bei schlechter Bewertung

Wenn ein Lieferant unter den Schwellenwert fiel: Gibt es eine dokumentierte Maßnahme und deren Abschluss? "Gespräch geführt" ohne Protokoll reicht nicht. Kein Maßnahmennachweis ist ein IATF-Finding — schwerer als die schlechte Bewertung selbst.

04

Unterschrift oder Freigabeprotokoll

Wer hat die Bewertung freigegeben? Mit Datum. Eine Bewertung ohne Freigabe ist kein kontrolliertes Dokument im Sinne von IATF 16949 Klausel 7.5.3 — egal wie vollständig die Inhalte sind.

Excel-Vorlage vs. Software — was sie leisten und wo Excel aufhört

Excel ist zulässig — aber es erzeugt strukturelle Lücken ab einer bestimmten Komplexität

IATF 16949 schreibt kein bestimmtes Format vor. Eine gut gepflegte Excel-Vorlage ist formal zulässig — wenn sie alle Pflichtfelder enthält und konsequent ausgefüllt wird. Faustregel: Bei unter 20 Lieferanten, jährlicher Bewertung und einem Standort funktioniert Excel. Darüber wird es fehleranfällig — nicht durch böse Absicht, sondern weil Excel keinen Eskalations-Workflow erzwingt und keinen revisionssicheren Audit-Trail hat.

Anforderung Excel Software
Deckblatt und Felddefinition ✓ Möglich — manuell ✓ Strukturiert — Pflichtfelder erzwungen
Manuelle KPI-Eingabe ✓ Möglich ✓ Möglich
Automatische KPI aus ERP ✗ Nicht nativ — manuelle Pflege nötig ✓ Anbindung möglich — weniger Pflegeaufwand
Revisionssichere Historisierung ✗ Kein Audit-Trail — Änderungen nicht nachverfolgbar ✓ Alle Änderungen mit Zeitstempel und Benutzer
Eskalations-Workflow ✗ Kein automatischer Trigger ✓ Schwellenwert-Unterschreitung löst Benachrichtigung aus
Mehrnutzer gleichzeitig ✗ Speicherkonflikte — Stand unklar ✓ Kein Konflikt — zentraler Stand
Bewertungsübersicht alle Lieferanten ✗ Manuelles Zusammenführen nötig ✓ Dashboard auf einen Blick

Fazit: Der IATF-Auditor bewertet das Ergebnis — nicht das Tool. Wenn Rohdaten nicht nachvollziehbar sind, Maßnahmen keinen Wirksamkeitsnachweis haben und Änderungen an Bewertungsbögen nicht protokolliert sind, entstehen Findings unabhängig davon, ob Excel oder Software verwendet wird. Software verhindert die häufigsten strukturellen Lücken systemseitig.

IATF-taugliche Lieferantenbewertungs-Vorlage aufbauen — Schritt für Schritt 5 Schritte

Die häufigsten Fehler entstehen nicht durch falsche Felder — sondern durch fehlende Struktur: kein Maßnahmen-Block, keine definierten Schwellenwerte, keine Wirksamkeitsprüfung. Die folgenden Schritte zeigen den Aufbau vom leeren Formular zur auditfähigen Vorlage.

01

Deckblatt-Felder definieren

Lieferantenname und -nummer aus dem ERP-Stammsatz, Bewertungszeitraum, Datum und Verantwortlicher mit Freigabevermerk, Lieferantenklasse (A/B/C). Diese Felder sichern die eindeutige Zuordnung jeder Bewertung — ohne sie kann kein IATF-Auditor die Bewertungshistorie prüfen. Ergebnis: vollständig ausgefülltes Deckblatt als Pflichtvoraussetzung für jede folgende Sektion.

02

Bewertungsmatrix aufbauen

Fünf bis sechs Kategorien mit definierter Gewichtung, Rohwert-Eingabe, Punktzahl 1–5 und gewichtetem Ergebnis. Für Automotive (IATF 16949): Qualität 40 %, Liefertreue 30 %, Reaktionszeit 15 %, Systemzertifizierung + Audit 10 %, Kooperation 5 %. Für Medizintechnik (ISO 13485): Qualität 35 %, Systemzertifizierung + Audit 30 %, Liefertreue 20 %, Reaktionszeit 10 %, Kooperation 5 %. Die Gewichtung ist kein Norm-Pflicht-Schema — sie muss die Risikoprioritäten der eigenen Branche widerspiegeln.

03

Ergebnis-Block und Schwellenwerte festlegen

Gesamtpunktzahl berechnet, Bewertungsklasse ausgewiesen (A/B/C oder Punkte), nächster Bewertungstermin eingetragen. Schwellenwerte müssen im Vorfeld dokumentiert sein: z. B. A = 80–100, B = 60–79, C = unter 60. Auditoren prüfen, ob die angewendeten Schwellenwerte mit dem dokumentierten Verfahren übereinstimmen — spätere Anpassungen müssen nachvollziehbar sein.

04

Maßnahmen-Block einrichten

Pflichtmaßnahmen bei C-Bewertung: Erstgespräch und 8D-Anforderung. Felder: Maßnahme (was genau), Verantwortlicher (Name, Funktion), Fälligkeitsdatum, Wirksamkeitsnachweis (Wer hat wann geprüft, dass die Maßnahme gewirkt hat?). Ohne den Wirksamkeitsnachweis ist die Maßnahme formal nicht abgeschlossen — IATF-Auditoren fragen explizit danach.

05

Freigabe und Versionierung sichern

Die Bewertung muss freigegeben sein: Unterschrift oder digitales Freigabeprotokoll mit Datum. Die Vorlage selbst braucht eine Dokumenten-Nummer und Versionsnummer — IATF 16949 Klausel 7.5.3 fordert gelenktes Dokumentenmanagement. Eine Vorlage ohne Versionierung ist kein gelenktes Dokument, egal wie vollständig die Inhalte sind.

Von der Vorlage zum integrierten Bewertungssystem

Das häufigste Problem bei der Lieferantenbewertungs-Vorlage in der Praxis: Die Vorlage ist gut strukturiert — aber die KPI-Daten kommen aus drei verschiedenen Quellen. PPM-Rate aus dem ERP. Reklamationshistorie aus dem Qualitätssystem. Audit-Ergebnis aus einer Textdatei. Zusammengeführt wird alles manuell vor der Bewertung. Wenn die Quellen nicht stimmen, stimmt die Bewertung nicht.

QIMS verbindet Lieferantenbewertung direkt mit den Prozessen, die die Rohdaten erzeugen: Messdaten aus der Wareneingangs-Prüfung, Reklamationsdaten aus dem 8D-Prozess, Audit-Ergebnisse aus dem Audit-Modul — alles fließt in die Bewertung, ohne manuelle Übernahme. Eskalationen werden bei Schwellenwert- Unterschreitung automatisch getriggert und protokolliert. Entwickelt nach den Anforderungen aus IATF 16949 §8.4 und ISO 13485 §7.4.

KPI aus dem System

Prüfdaten aus Messung und Reklamation fließen automatisch in die Bewertungsmatrix — keine manuelle Übertragung aus verteilten Quellen.

Eskalation protokolliert

Schwellenwert unterschritten: automatische Benachrichtigung, Maßnahmenplan und Wirksamkeitsnachweis — der Prüfer findet die vollständige Spur.

Revisionssicher

Alle Bewertungen historisiert mit Zeitstempel, Benutzerkennung und Freigabeprotokoll — kein Excel-Datum das nachträglich geändert werden kann.

Von der Vorlage zum integrierten System — in einer Demo

In einer 30-Minuten-Demo zeigen wir, wie QIMS Ihre Lieferantenbewertung vom Bewertungsbogen zum vollständigen KPI-integrierten Prozess macht — mit automatischen Eskalationen und revisionssicherem Audit-Trail. Konditionen besprechen wir im Demo-Gespräch.

Häufige Fragen zur Lieferantenbewertungs-Vorlage 5 Fragen

Was muss eine Lieferantenbewertungs-Vorlage nach IATF 16949 enthalten?

IATF 16949 schreibt kein bestimmtes Formular vor — aber was dokumentiert sein muss: Lieferantenidentifikation (Name, Nummer, Klasse), Bewertungszeitraum und -datum, Rohdaten je Bewertungskategorie (PPM-Rate, OTD, 8D-Reaktionszeit, Zertifikatsstatus, Audit-Ergebnis), Gesamtpunktzahl mit Bewertungsklasse und — bei Unterschreitung des Schwellenwerts — dokumentierte Maßnahmen mit Verantwortlichem, Fälligkeitsdatum und Wirksamkeitsnachweis. Fehlt eines dieser Elemente, entsteht eine auditrelevante Lücke in der Bewertungshistorie.

Wie viele Kriterien sollte eine Lieferantenbewertungs-Vorlage haben?

Die Praxisempfehlung: 5–8 Kriterien. Mehr macht die Bewertung unhandhabbar und erhöht den Pflegeaufwand ohne Erkenntnisgewinn. Weniger reicht dem Auditor oft nicht. IATF 16949 §8.4.1 schreibt mindestens Qualitätsleistung und Lieferperformance vor — weitere Kriterien (Systemzertifizierung, Audit-Ergebnis, Reaktionszeit, Kooperation) sind in der Praxis etabliert und von Auditoren erwartet, auch wenn sie nicht explizit als Pflicht im Wortlaut stehen.

Gibt es eine Norm-Vorlage für Lieferantenbewertungen?

Nein. IATF 16949, ISO 13485 und ISO 9001 schreiben kein bestimmtes Format für die Lieferantenbewertung vor — nur das Ergebnis: nachvollziehbare, vollständige und revisionssichere Dokumentation. Die Gestaltung der Vorlage liegt beim Unternehmen. Entscheidend ist, dass die Kriterien messbar oder dokumentiert nachvollziehbar sind und die Bewertungshistorie lückenlos vorliegt.

Kann ich eine Lieferantenbewertung in Excel führen?

Ja — Excel ist grundsätzlich zulässig. Das Problem liegt in der Praxis: Excel hat keinen revisionssicheren Audit-Trail (wer hat wann was geändert), keinen automatischen Eskalations-Workflow bei Schwellenwert-Unterschreitung und keine strukturierte Maßnahmenverknüpfung. IATF 16949 Klausel 7.5.3 fordert gelenktes Dokumentenmanagement — in Excel ist das bei mehreren Bearbeitern und vielen Lieferanten strukturell schwer abbildbar. Faustregel: Bis ca. 20 Lieferanten und bei jährlicher Bewertung funktioniert Excel. Darüber wird es fehleranfällig.

Ab wann lohnt sich Software statt Excel für die Lieferantenbewertung?

Wenn drei oder mehr dieser Punkte zutreffen: mehr als 30 Lieferanten im IATF-Scope, Bewertung öfter als einmal jährlich, mehrere Standorte oder Prüfer, Eskalations-Workflow erforderlich, Revisionssicherheit für IATF-Audit gefordert. Der entscheidende Punkt ist nicht das Volumen — sondern der Eskalationsnachweis: IATF-Auditoren fragen explizit nach dokumentierten Reaktionen auf schlechte Bewertungen. Ohne automatischen Workflow ist das manuell kaum lückenlos zu führen.

Lieferantenbewertungs-Vorlage die IATF-Audits übersteht

Vorlage vollständig.
Maßnahmen dokumentiert.
Wirksamkeit nachgewiesen.
IATF-Auditor: kein Finding.

Eine Lieferantenbewertungs-Vorlage mit Deckblatt, Bewertungsmatrix, Ergebnis-Block und Maßnahmen-Block — strukturiert nach IATF 16949 §8.4.1. Mit QIMS kommen die KPI-Daten direkt aus Messung und Reklamation, Eskalationen werden automatisch protokolliert und die Bewertungshistorie ist revisionssicher abgelegt.

Entwickelt nach den Anforderungen aus IATF 16949 §8.4 und ISO 13485 §7.4. Für Automotive-Zulieferer und Medizintechnik-Hersteller im DACH-Markt.